Archive for the ‘Tod’ Category

Es wird mir fehlen, das Leben - Ruth Picardie

Dienstag, März 8th, 2011

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Kurzbeschreibung:
Von der Diagnose Krebs bis zum Tod beschreibt eine junge Frau ihren letzten Lebensabschnitt: “Die Zukunft wird auch ohne mich auskommen. Okay, Matt gießt nie den Garten, so dass die Wisteria kaum das nächste Jahrhundert erleben dürfte. Außerdem steht er nie nachts auf, um die Kinder wieder zuzudecken, aber in einem Haus mit Zentralheizung ist ja noch keiner vor Kälte gestorben. Ansonsten, denke ich, wird das Leben weitergehen wie immer. Nur es wird mir so fehlen.”

Normalerweise mag ich keine Erfahrungsbücher zu diesem schweren Thema, weil sie oft in Richtung Betroffenheitsliteratur abdriften. Bei diesem Buch ist das aber anders. Ruth Picardies Buch ist eines, das mich in den letzten Jahren am meisten berührt hat. Ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen und war traurig und fasziniert zugleich, von der Art, wie die Autorin ihr Leben und den Umgang mit einer für sie tödlichen Krankheit beschreibt. Neben der oft umwerfenden Zynikerin taucht ganz unvermittelt eine Frau auf, der klar wird, dass sie ihre Kinder nicht mehr aufwachsen sieht. Lachen und Weinen halten sich bei diesem Buch die Waage, ohne ins Sentimentale abzugleiten.

Manche ihrer Kommentare kommen in einem ziemlich coolen Gewand daher, wie zum Beispiel dieser:”würdest du weniger als fünfundsechzig Kilo wiegen, könnte man dich, fabelhaft wie du aussiehst, leicht mit Jean Seeberg verwechseln. Und es ist zwar nicht ganz dasselbe wie Trennkost, aber vielleicht hilft dir die Chemotherapie sogar beim Abnehmen.” Es täuscht aber an keiner Stelle über den wirklichen Ernst ihrer Lage hinweg. Sie hat nur eine sehr eigene Art, mit den harten Tatsachen in ihrem Leben umzugehen.

Im September 1997 stirbt Ruth Picardie nur knapp ein Jahr nach ihrer Diagnose. Nach ihrem Tod haben ihr Mann und ihre Schwester ihre Aufzeichnungen und eMails als Buch herausgegeben.

Man benötigt höchstwahrscheinlich Taschentücher beim Lesen, aber es ist kein Buch, das den Leser nur traurig zurücklässt. Man hat viel eher das Gefühl, etwas verpasst zu haben, nämlich Ruth Picardie zu Lebzeiten kennengelernt zu haben.

vorgestellt von Brigitte Sliwa

“Der letzte unsichtbare Junge” von Evan Kuhlman

Samstag, Juli 24th, 2010

letzte

“Herzzerreißend und erhebend zugleich! Ein mutiges Bbuch, das mich lange begleiten wird.” (Jeff Kinney, Autor von ‘Gregs Tagebuch’)

Das ist die Geschichte von Finn, dem letzten unsichtbaren Jungen. Genau genommen ist er noch nicht völlig unsichtbar! bis jetzt. Seine Haare werden nur von Tag zu Tag heller und auch seine Haut verliert jede Farbe. Kann es sein, dass er nach dem plötzliche Tod seines Vaters nun auch verschwindet? Oder wird Finn zu einer Art Geist, um ihn so wiedersehen zu können? All diese und andere Überlegungen schreibt Finn in sein Tagebuch und nähert sich so dem Moment, der alles veränderte.

“Der letzte unsichtbare Junge” von Evan Kuhlman

Ludwig Trepte liest Finns Geschichte: humorvoll, nachdenklich und auch manchmal traurig.

Hörbuch mit 3 Cd`s, Laufzeit ca. 211 minuten, Der-Audio-Verlag

ans Herz zu legen von Claudia Schulenburg

Eine ganz liebevolle Geschichte über die  Verarbeitung von Trauer, Schmerz, Verlust und  über das Zurückfinden ins Leben ohne den geliebten, verlorenen heißgeliebten Menschen. Besonders wenn Kinder ein Elternteil verlieren stehen wir Erwachsenen hilflos dem Fragen und Umgang mit dem Thema “Tod” gegenüber. Das ist ein Buch/Hörbuch nicht nur für Betroffende.

Eine Passage hat mich zutiefst im Herzen berührt, wie Finn immer wieder auf dem Friedhof am Grab sitzt und weint um damit das Gras zu bewässern,  so seine Überlegungen. Für mich ist der 12 jährige Finn ein ganz mutiger, tapferer Mensch.