“Die dunkle Seite der Liebe” von Rafik Schami
Freitag, Juli 16th, 20101962 erlebte der aus Syrien stammende Autor Rafik Schami als 16-jähriger, wie eine junge Muslimin umgebracht wurde, weil sie einen christlichen Mann liebte. Schon damals beschloß er, einen großen Roman über verbotene Liebe zu schreiben. Jahrzehntelang hat er an dem Buch gearbeitet.
Rana Schahin und Farid Muschtak sind sich in Damaskus begegnet. Sie gehören zu zwei seit langem verfeindeten Familien aus dem Bergdorf Mala, die auch noch verschiedenen Konfessionen angehören - die Schahins sind griechisch-orthodox, die Muschtaks römisch-katholisch. Nicht nur deshalb ist ihre Liebe schweren Prüfungen unterworfen, auch die politischen Konflikte in Syrien in den 50-er und 60-er Jahren machen ihnen das Leben nicht leicht.
“Damaskus ist ein Meer von Geschichten” schreibt Rafik Schami, und so setzt er zahllose Mosaiksteine zu einem großen Bild zusammen: Geschichten aus dem Alltagsleben in Stadt und Dorf, Kindheitserinnerungen, Kinoerlebnisse, Episoden aus der Klosterschule, Freundschaft, Liebe, Sex, aber auch vom Sechstagekrieg mit Israel, von Zensur, Verfolgung, Geheimdiensten, politischen Wirren und Straflagern werden erzählt.
“Langsamer als eine kurzsichtige Schildkröte lesen” sollte man diesen fast 900 Seiten langen Roman, um sich möglichst lange die Freude am Leseerlebnis zu gönnen
findet Diwien
Rafik Schami:
Die dunkle Seite der Liebe
München: Hanser, 2004
895 S.
ISBN 3-446-20536-5
