Archive for the ‘Historisches’ Category

“Die Wanderhure” von Iny Lorentz

Freitag, Februar 25th, 2011

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In dem Buch „Die Wanderhure“ geht es um ein junges Mädchen, die Tochter eines angesehen Bürgers von Konstanz. Marie Schärerin ist jung, hübsch und eine gute Partie. Als Graf Ruppert um sie freit ist ihr Vater sehr stolz und gewährt ihm die Ehe mit seiner Tochter. Dass Graf Ruppert es nur auf ihre Mitgift abgesehen haben könnte, erkennt nur ihr ehemaliger Bester Freund und Nachbarsjunge Michel. Doch Marie denkt, dass er nur eifersüchtig ist und nimmt seine Warnungen nicht ernst. Michel ist auch tatsächlich eifersüchtig, doch er ahnt nicht, wie Recht er mit seiner Vermutung haben wird. Einen Tag vor der Hochzeit: Graf Ruppert hat mehrere junge Männer aus Maries Umfeld bezahlt vor ihrem Vater zu behaupten, sie hätte sich ihnen schamlos und gegen Bezahlung hingegeben. Ihr Vater glaubt das nicht und stellt Marie mitten in der Nacht zur Rede. Sie leugnet und Graf Ruppert lässt sie über Nacht in einem alten Turm einsperren, um sie am Morgen von einer Matrone untersuchen zu lassen. In dieser Nacht wird Marie von drei Männern vergewaltigt, damit Graf Ruppert am nächsten morgen der Matrone ein ehrloses Mädchen vorführen kann. Sie wird als Hure angeklagt und vor den Augen der gesamten Stadt von einem ihrer Vergewaltiger nackt ausgezogen und mit den Händen nach oben gefesselt. Dann wird sie von einem ihrer drei Vergewaltiger brutal ausgepeitscht und aus der Stadt getrieben. Nur Michel glaubt an ihre Unschuld und will hinter ihr her, denn er liebt sie. Marie wird am Straßenrand, halb tot von einer Hübschlerin aufgelesen und gesund gepflegt. Michel, der unterwegs auf die Männer stieß, die Marie weggebracht haben und sich einen Spaß daraus machen Michel in die falsche Richtung zu lotsen, findet Marie nicht. Nachdem Marie wieder gesund ist wird sie eine begehrte Wanderhure, zieht mit Hiltrud umher und verdient so ihr Geld. Doch sie hat nie vergessen, wer ihr Gewalt angetan hat und als sie auf einen ihrer Peiniger stößt schwört sie Rache. Inzwischen wurde Maries Vater heimlich von Graf Ruppert aus dem Weg geschafft und auf einem Friedhof verscharrt. Graf Ruppert hat sich seine gesamten Besitztümer genommen. Eines Tages muss Marie mit Hiltrud und ihren Kamerdinnen in Konstanz sein. Sie hat Angst, dass sie erkannt wird und schämt sich furchtbar, als Michel sie erkennt. Michel wird einer ihrer Kunden und hilft einer anderen Frau sich zu verstecken. Michel und Marie entlarven mithilfe von Freunde Graf Ruppert und das Unrecht, welches Marie wiederfahren ist wird ebenfalls aufgedeckt. Marie wird von ihren Sünden freigesprochen und ist nun offiziell keine Hure mehr. Ohne ihr Einverständnis wird Marie noch am selben Tag ihrer Reinsprechung mit Michel verheiratet. Auch Hiltrud findet einen Mann. Als sie mit Marie als Übergangsgeliebte eines reichen Mannes in deren Burg lebten, weil seine Frau schwanger war lernte sie einen Ziegenhirten Namens Thomas kennen. Durch eine Gefälligkeit wodurch der reiche Mann seine Ländereien behalten konnte veranlasst seine Frau die Heirat zwischen Hiltrud und Thomas. Außerdem bekommen sie einen Bauernhof geschenkt. Am Ende des Buches reisen Michel und Marie heimlich ab, denn er wurde als Burghauptmann einer Burg und zum Stadtvogt von Rheinsobern ernannt…weiterzulesen in dem Buch: Die Kastellanin 

Dieses Buch gefällt mir sehr gut, weil ich gerne Mittelalter-Romane lese und Iny Lorentz sehr schön schreibt. Sie beschreibt Maries Geschichte als wäre sie selbst dabei gewesen und ihre Idee mit diesem Buch auch die Seite einer damals wichtigen Person zu beschreiben finde ich sehr gut. Iny Lorentz hat bereits mehrere Bücher über Marie und Michel geschrieben.
Die Wanderhure
Die Kastellanin
Das Vermächtnis der Wanderhure
Die Tochter der Wanderhure 

Julia Kohlhase

“Geheimnis um Gutenberg: ein Krimi aus dem Mittelalter” von Fabian Lenk

Montag, Januar 10th, 2011

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Heute empfehle ich Euch einen Krimi aus dem Mittelalter, der für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren (Antolin 3) leicht lesbar ist. Er ist spannend geschrieben und erzählt neben der Krimihandlung sehr anschaulich aus dem Leben im Mittelalter. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie die Menschen damals gelebt und gedacht haben.
Der Krimi spielt im Mainz von 1450 in der Zeit von Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdrucks. In der Geschichte steht die Erfindung der Druckerpresse gerade kurz vor ihrer Vollendung. Da werden die Gussformen für die Buchstaben gestohlen. Eine eingeschlagene Fensterscheibe bringt den 10-jährigen Michael, der als Laufbursche bei Gutenberg arbeitet, auf eine Spur. Doch ist der Geselle Paul wirklich der Dieb? Lest selbst!
Ein Leserätsel, bei dem man etwas gewinnen kann, rundet das Buch ab. 

Lenk, Fabian:
Geheimnis um Gutenberg: ein Krimi aus dem Mittelalter. – Ravensburger Buchverl. 2010. – 58 S.
ISBN 978-3-473-36310-0 – 6,95 €

Du kannst das Buch auch in der Stadtbücherei in Warstein-Belecke ausleihen.
Tipp von Angelika Krüger, Stadtbücherei Warstein-Belecke

DVD “Báthory”

Montag, Juli 26th, 2010

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Schon lange war ich gespannt auf den Film “Báthory” über die ungarische Gräfin Elisabeth Báthory, die im Jahr 1611 als Hexe und Mörderin von angeblich über 600 jungen Mädchen verurteilt wurde. Um sich ihre Schönheit zu bewahren, soll sie im Blut der Mädchen gebadet haben. In den Jahrhunderten danach hat ihr Schicksal die Menschen immer wieder fasziniert, und sie ist als grausames Vorbild für Vampirgeschichten legendär.
Als ich die DVD endlich in der Hand hatte, fürchtete ich mich allerdings erst einmal zwei Tage lang davor, diesen “Schreckensfilm” anzusehen …
Báthory” ist ein mit großem Aufwand produzierter tschechisch-slowakisch-ungarischer Film, der die Gräfin weder verurteilt noch entschuldigt. Es ist tatsächlich möglich, Sympathien für diese Frau zu empfinden - “Ich wurde in der falschen Zeit geboren. - Ich bin nicht so stark, wie ich dachte. - Rette meine Seele …” sind ihre letzten Worte.
Der Film des slowakischen Regisseurs Juraj Jakubisko zeigt uns das Leben während der Türkenkriege in opulenten Bildern und Farben - kein Zufall, daß Elisabeth von ihrem Mann einen Maler (Caravaggio - das ist Fantasie …) als Kriegsbeute geschenkt bekommt: z.B. steht Rosenblau für die Liebe und die Berge der Hohen Tatra, Katzenaugengrün für Pilze, Träume, Visionen und Hexerei, Weiß für das Licht und den Schnee, Schwarz für die Schatten und Blutrot kommt natürlich immer wieder vor, oft als kleiner Akzent wie z.B. die roten Handschuhe des Grafen Thurzo, Elisabeths Gegenspieler. Zu den eindrucksvollsten Szenen gehörten für mich das Bild des totgeborenen Kinds Andras, das sich Elisabeth von dem Maler malen läßt und das sich aufbäumende schwarze Pferd beim Tod Franz Nádasdys.
Großartige Landschaftsaufnahmen in der Slowakei zu drehen, ist wahrscheinlich leicht - ich war jedenfalls sehr erfreut, daß ich einige Drehorte wiedererkannt habe, z.B. das Museumsdorf Múzeum liptovskej dediny in der Nähe von Pribylina und das tschechische Velké Losiný. Nur: Bei dem enormen Budget von 10 Millionen € wäre doch vielleicht eine angemessene Übersetzung ins Deutsche möglich gewesen : Um 1600 weint eine Frau nicht “Mein Baby!” und ein kleiner Junge ruft nicht “Klasse!” - solche winzigen Hinweise, daß dies vielleicht doch kein historischer Film ist, sind im Original mit tschechischem Sprachwitz wahrscheinlich viel besser ausgedrückt.
Zum Schluß: Das Musikvideo Muoj Bože mit Katarina Knechtova habe ich mir schon mehrmals angesehen!

Báthory : die Blutgräfin
Ismaning: EuroVideo, 2010
1 DVD (134 Min.)
Regie: Juraj Jakubisko
Mit Anna Friel, Hans Matheson, Karl Roden u. a.
FSK: ab 16

Zum Weiterlesen:
Farim, Michael (Hg.):
Heroine des Grauens : Wirken und Leben der Elisabeth Báthory in Briefen, Zeugenaussagen und Phantasiespielen
München: Kirchheim, 1989
389 S.

Vorgestellt von Diwien