Archive for the ‘Drama, Schicksal’ Category

“Das Herz ihrer Tochter” von Jodi Picoult

Dienstag, August 24th, 2010

herz

Das Herz eines Verbrechers für das Leben ihrer Tochter.

Shay Bourne ist der Mörder von Junes Ehemann Kurt und ihrer Tochter Elizabeth. Elf Jahre später soll er sterben - durch eine tödliche Injektion. Doch ausgerechnet Bourne käme nun als Herzspender für Junes zweite Tochter Claire infrage…. Kann Junes größter Feind  zu Claires Lebensretter werden?

Fünf spannende Perspektiven - fünf fesselnde Stimmen. Tanja Geke, Anna Thalbach, Felicia Wittmann, Marius Claren und Jens Wawreczeck lesen den Coup der Beststeellerautorin Jodi Picoult ein dramatischer Real-Thriller um Familie, Moral und Religion.

Grandios, vielstimmig und von düsterer Aktualität. THE TIMES

6 Cd`s, gekürzte Lesung mit ca. 463 minuten, Der Hörverlag 2009

Empfehlung von Claudia Schulenburg

Richtig schön “gruselig” die Erlebnisgeschichten der unterschiedlichsten fünf Seiten bzw. Menschen. Super gesprochen, gut nachvollziehbar, sehr mitreißend, herzerweichend, voller Mitgefühl  für den eigentlichen Übeltäter. Kein Geschnulze, sondern eine fesselnde Geschichte, angehaucht im Genres “Triller”.

DVD “Báthory”

Montag, Juli 26th, 2010

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Schon lange war ich gespannt auf den Film “Báthory” über die ungarische Gräfin Elisabeth Báthory, die im Jahr 1611 als Hexe und Mörderin von angeblich über 600 jungen Mädchen verurteilt wurde. Um sich ihre Schönheit zu bewahren, soll sie im Blut der Mädchen gebadet haben. In den Jahrhunderten danach hat ihr Schicksal die Menschen immer wieder fasziniert, und sie ist als grausames Vorbild für Vampirgeschichten legendär.
Als ich die DVD endlich in der Hand hatte, fürchtete ich mich allerdings erst einmal zwei Tage lang davor, diesen “Schreckensfilm” anzusehen …
Báthory” ist ein mit großem Aufwand produzierter tschechisch-slowakisch-ungarischer Film, der die Gräfin weder verurteilt noch entschuldigt. Es ist tatsächlich möglich, Sympathien für diese Frau zu empfinden - “Ich wurde in der falschen Zeit geboren. - Ich bin nicht so stark, wie ich dachte. - Rette meine Seele …” sind ihre letzten Worte.
Der Film des slowakischen Regisseurs Juraj Jakubisko zeigt uns das Leben während der Türkenkriege in opulenten Bildern und Farben - kein Zufall, daß Elisabeth von ihrem Mann einen Maler (Caravaggio - das ist Fantasie …) als Kriegsbeute geschenkt bekommt: z.B. steht Rosenblau für die Liebe und die Berge der Hohen Tatra, Katzenaugengrün für Pilze, Träume, Visionen und Hexerei, Weiß für das Licht und den Schnee, Schwarz für die Schatten und Blutrot kommt natürlich immer wieder vor, oft als kleiner Akzent wie z.B. die roten Handschuhe des Grafen Thurzo, Elisabeths Gegenspieler. Zu den eindrucksvollsten Szenen gehörten für mich das Bild des totgeborenen Kinds Andras, das sich Elisabeth von dem Maler malen läßt und das sich aufbäumende schwarze Pferd beim Tod Franz Nádasdys.
Großartige Landschaftsaufnahmen in der Slowakei zu drehen, ist wahrscheinlich leicht - ich war jedenfalls sehr erfreut, daß ich einige Drehorte wiedererkannt habe, z.B. das Museumsdorf Múzeum liptovskej dediny in der Nähe von Pribylina und das tschechische Velké Losiný. Nur: Bei dem enormen Budget von 10 Millionen € wäre doch vielleicht eine angemessene Übersetzung ins Deutsche möglich gewesen : Um 1600 weint eine Frau nicht “Mein Baby!” und ein kleiner Junge ruft nicht “Klasse!” - solche winzigen Hinweise, daß dies vielleicht doch kein historischer Film ist, sind im Original mit tschechischem Sprachwitz wahrscheinlich viel besser ausgedrückt.
Zum Schluß: Das Musikvideo Muoj Bože mit Katarina Knechtova habe ich mir schon mehrmals angesehen!

Báthory : die Blutgräfin
Ismaning: EuroVideo, 2010
1 DVD (134 Min.)
Regie: Juraj Jakubisko
Mit Anna Friel, Hans Matheson, Karl Roden u. a.
FSK: ab 16

Zum Weiterlesen:
Farim, Michael (Hg.):
Heroine des Grauens : Wirken und Leben der Elisabeth Báthory in Briefen, Zeugenaussagen und Phantasiespielen
München: Kirchheim, 1989
389 S.

Vorgestellt von Diwien

“Der letzte unsichtbare Junge” von Evan Kuhlman

Samstag, Juli 24th, 2010

letzte

“Herzzerreißend und erhebend zugleich! Ein mutiges Bbuch, das mich lange begleiten wird.” (Jeff Kinney, Autor von ‘Gregs Tagebuch’)

Das ist die Geschichte von Finn, dem letzten unsichtbaren Jungen. Genau genommen ist er noch nicht völlig unsichtbar! bis jetzt. Seine Haare werden nur von Tag zu Tag heller und auch seine Haut verliert jede Farbe. Kann es sein, dass er nach dem plötzliche Tod seines Vaters nun auch verschwindet? Oder wird Finn zu einer Art Geist, um ihn so wiedersehen zu können? All diese und andere Überlegungen schreibt Finn in sein Tagebuch und nähert sich so dem Moment, der alles veränderte.

“Der letzte unsichtbare Junge” von Evan Kuhlman

Ludwig Trepte liest Finns Geschichte: humorvoll, nachdenklich und auch manchmal traurig.

Hörbuch mit 3 Cd`s, Laufzeit ca. 211 minuten, Der-Audio-Verlag

ans Herz zu legen von Claudia Schulenburg

Eine ganz liebevolle Geschichte über die  Verarbeitung von Trauer, Schmerz, Verlust und  über das Zurückfinden ins Leben ohne den geliebten, verlorenen heißgeliebten Menschen. Besonders wenn Kinder ein Elternteil verlieren stehen wir Erwachsenen hilflos dem Fragen und Umgang mit dem Thema “Tod” gegenüber. Das ist ein Buch/Hörbuch nicht nur für Betroffende.

Eine Passage hat mich zutiefst im Herzen berührt, wie Finn immer wieder auf dem Friedhof am Grab sitzt und weint um damit das Gras zu bewässern,  so seine Überlegungen. Für mich ist der 12 jährige Finn ein ganz mutiger, tapferer Mensch.

“Mit dir an meiner Seite” von Nicholas Sparks

Donnerstag, Juli 22nd, 2010

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Ein Roman über die Liebe, gut zu lesen im Sommer/Urlaub, da er in dem beschaulichen Küstenstädtchen Wrightsville Beach spielt.
Im Mittelpunkt steht die 17jährige Ronnie, mit all den Gefühlen und Allüren” eines jungen Menschen auf dem Weg zum “Erwachsen werden”.
Nicht nur die heile Welt existiert in ihrem Leben, auch gesellschaftskritische Themen wie Jugendbanden und Naturschutz haben einen Stellenwert.
Auf das Ereignis der Ersten Liebe trifft die schreckliche Tatsache, dass ihr Vater an Krebs erkrankt.
Eine Auseinandersetzung mit sich, dem Glauben an Gott und ihrer Umwelt lässt den Leser innehalten.
So gefühlvoll und das Herz berührend dieser Roman ist, bin ich mir fast sicher, dass auch er erfolgreich verfilmt wird.

Sparks, Nicholas:
Mit dir an meiner Seite
München: Heyne, 2010
543 S.

vorgestellt von Christine Wilms

“Die dunkle Seite der Liebe” von Rafik Schami

Freitag, Juli 16th, 2010

Die dunkle Seite der Liebe

1962 erlebte der aus Syrien stammende Autor Rafik Schami als 16-jähriger, wie eine junge Muslimin umgebracht wurde, weil sie einen christlichen Mann liebte. Schon damals beschloß er, einen großen Roman über verbotene Liebe zu schreiben. Jahrzehntelang hat er an dem Buch gearbeitet.

Rana Schahin und Farid Muschtak sind sich in Damaskus begegnet. Sie gehören zu zwei seit langem verfeindeten Familien aus dem Bergdorf Mala, die auch noch verschiedenen Konfessionen angehören - die Schahins sind griechisch-orthodox, die Muschtaks römisch-katholisch. Nicht nur deshalb ist ihre Liebe schweren Prüfungen unterworfen, auch die politischen Konflikte in Syrien in den 50-er und 60-er Jahren machen ihnen das Leben nicht leicht.

“Damaskus ist ein Meer von Geschichten” schreibt Rafik Schami, und so setzt er zahllose Mosaiksteine zu einem großen Bild zusammen: Geschichten aus dem Alltagsleben in Stadt und Dorf, Kindheitserinnerungen, Kinoerlebnisse, Episoden aus der Klosterschule, Freundschaft, Liebe, Sex, aber auch vom Sechstagekrieg mit Israel, von Zensur, Verfolgung, Geheimdiensten, politischen Wirren und Straflagern werden erzählt.

“Langsamer als eine kurzsichtige Schildkröte lesen” sollte man diesen fast 900 Seiten langen Roman, um sich möglichst lange die Freude am Leseerlebnis zu gönnen

findet Diwien

Rafik Schami:
Die dunkle Seite der Liebe
München: Hanser, 2004
895 S.
ISBN 3-446-20536-5

“Engelspfade” von Alice Peterson

Freitag, Juli 9th, 2010

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Cass ist eine junge Frau, die mitten im Leben steht. Sie studiert Schauspiel und liebt ihr Leben. Als sie sich bei einem Besuch bei ihren Eltern mit ihrer Mutter streitet, setzt sie sich in ihr Auto und fährt völlig aufgebracht zu ihrer besten Freundin. Auf dem Weg ruft ihre Mutter sie an und möchte sich mit ihr aussprechen. Cass, die eh schon viel zu schnell fährt, übersieht einen Bus und baut einen folgenschweren Unfall. Ihre Mutter gibt sich die Schuld…

Als Cass im Krankenhaus erwacht, muss sie damit zurechtkommen, dass sie querschnittsgelähmt ist und nie wieder laufen wird oder auf ihrem geliebten Pflegepferd Dragon ausreiten kann. Diese Monate in der Klinik sind eine schwere Zeit, in der sie lernen muss, sich mit ihrem “neuen Leben” anzufreunden. Doch gleichtzeitig trifft sie dort auf zwei junge Männer, die ähnliches durchmachen - jeder auf seine eigene Art. Guy, Dom und sie werden beste Freunde.

Cass findet, nach vielen Rückschlägen, erst wieder Lebensmut und Lebensfreude, als sie ihren Helferhund Ticket bekommt. Denn ab da nimmt sie ihr Leben wieder selber in die Hand und erobert sich ihre Unabhängigkeit Stück für Stück zurück.

Einfühlsam und doch erschreckend ehrlich werden alle Ausmaße der Querschnittslähmung erzählt. Nicht nur was die Betroffenen physisch, sondern vorallem psysisch durchmachen müssen ohne aus ihrer Situation entfliehen zu können. Wenn man an eine Querschnittslähmung denkt, fällt einem meist ein, dass man im Rollstuhl sitzen muss. Aber es gibt auch noch andere Probleme, denen sich die Menschen ab da stellen müssen. Die Kontrolle über den eigenen Körper, Thema Partnerschaft und einfach auch nur alltägliche Dinge wie ein Einkauf…

Dieses Buch führt “gesunden” Menschen vor Augen, was eine Behinderung bedeutet. Aber ohne, dass man das Gefühl hat, man müsse mit den querschnittsgelähmten Menschen Mitleid haben. Denn gerade das ist es, was sie am wenigsten wollen. Man sollte sie nicht als behindert sehen, sondern einfach als Mitmenschen. Dazu zählt aber auch die Courage, ihnen zu helfen, wenn sie in einer Situation stecken, bei der sie alleine nicht weiterkommen. Da reicht es schon, dass man zum Beispiel seine Hilfe anbietet, den Rollstuhl in den Bus zu heben. Bekommt man dann ein “Nein” zu hören, sollte man es nicht als Ablehnung verstehen, sondern sich freuen, dass dieser Mensch trotz seiner Umstände so selbtständig sein kann und möchte.

Cass hat es auf jeden Fall geschafft, sich nicht unterkriegen zu lassen. Das Buch hält einige Überraschungen bereit und zeigt, dass jeder auf seine Art mit seinem Schicksal umgeht. Es lohnt sich wirklich, “Engelspfade” zu lesen. Vielleicht macht es sogar Menschen, die im Rollstuhl sitzen, Mut ihr Leben wieder als lebenswert zu betrachten.

Empfohlen von Susanne

Peterson, Alice : Engelspfade

Bergisch Gladbach : Lübbe, 2009

ISBN 978-3-7857-6002-4

“Gargoyle” von Andrew Davidson

Freitag, Juni 25th, 2010

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Hörbuch “Gargoyle” von Andrew Davidson

Eine Geschichte, die Grenzen der Zeit überschreitet…

Ein Mann überlebt einen Unfall mit schwersten Verbrennungen. Entstellt und voller Schmerzen hat er danach nur ein Gedanken: Wie kann er seinem elenden Zustand ein Ende bereiten? Da taucht eine mysteriöse Frau an seinem Krankenbett auf; die schöne Marianne Engel, exzentrische Bildhauerin beeindruckender Fabelwesen. Sie behauptet, sie seien einst Liebende gewesen - vor siebenhundert Jahren in Deutschland, als sie eine Nonne war und er ein Söldner auf der Flucht. Ist diese Frau einfach verrückt? Oder ist sie der rettende Engel, der ihn erlösen wird?

Geben Sie sich dem packenden Sog der Lesung von Stefan Kaminski und Sascha Icks hin, folgen Sie diesen beiden Ausnahmesprechern durch Zeit und Raum. Lassen Sie sich beflügeln!

Gargoyle von Andrew Davidson

Der Hörbuchverlag, 13 Cd`s, vollständige Lesung, ca. 999 Minuten

Eine packende Liebes- bzw. Lebensgeschichte. Man fiebert, leidet und hofft immerzu mit.  

vorgestellt von Claudia Schulenburg

“Das wilde Kind” von T. C. Boyle

Freitag, Juni 18th, 2010

Das wilde Kind / T.C. Boyle

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts Carl von Linné in seiner “Systema natura” den “Homo ferus” als eine Unterart des Homo sapiens” einfügt, ist das Interesse an “Wolfskindern” groß, und so ist es kein Wunder, dass sich die Wissenschaft auf den Jungen stürzt, der 1798 im Languedoc eingefangen wird: Offenbar hat er jahrelang allein in der Wildnis gelebt, nichts ist über seine Herkunft bekannt. Man weiß nicht, ob man ihn für ein Tier in Menschengestalt halten soll. Er wird in einem Pariser Taubstummeninstitut untergebracht, dort experimentiert ein Professor der Naturgeschichte mit ihm, verliert aber bald das Interesse und erklärt das Kind für schwachsinnig und taubstumm. Niemand beschäftigt sich mit dem Jungen, die anderen Kinder im Institut quälen ihn. Erst dem jungen Arzt Itard gelingt es, eine Beziehung zu dem Jungen herzustellen, und er sorgt dafür, dass sich das Hausmeisterehepaar des Instituts um ihn kümmert. 5 Jahre ist der Junge, der den Namen Victor bekommt, nun das Untersuchungsobjekt des Arztes. Plötzlich hat das “wilde Kind”, das nicht spricht, sich bisher nur auf das Überleben in der Wildnis konzentriert hat und dessen größtes Interesse dem Essen gilt, ein Programm: Warme Bäder und Massagen sollen sein Körperbewusstsein fördern, er soll lernen, Dinge zu erkennen und sie Bildern, dann auch Wörtern zuzuordnen - sehr anstrengend und verstörend für ihn. Bald gibt es Schwierigkeiten: Als Victor auf einer eleganten Gesellschaft vorgeführt wird, rastet er aus und blamiert den jungen Arzt. Die Pubertät macht ihn verwirrt, ängstlich und wütend. Eines Tages muss Itard erkennen, dass er nicht weiter kommt, und so beendet er den Unterricht. Victor wird nicht mehr beachtet, er entwickelt sich zurück, nur doch die Hausmeisterin Mme. Guérin sorgt für ihn: “Einst war er die Sensation von Paris gewesen, doch nun war er vergessen; auch sein Name - Victor - war vergessen.”

T.C. Boyle erzählt diese wahre Geschichte, indem er immer wieder einen Blick in das Innere dieses Menschen versucht, was natürlich nicht gelingen kann - niemand kann Victor, den Außenseiter, erreichen. Das macht das Buch aber gerade reizvoll.

T.C. Boyle:
Das wilde Kind
München: Hanser, 2010

empfohlen von Dascha