“Der dunkle Wächter” von Carlos Ruiz Zafon
Frankreich in den 30-er Jahren: Simone Sauvelle hat nach entbehrungsreicher Zeit eine scheinbar gute Arbeitsstelle gefunden. Mit ihren beiden Kindern Irene und Dorian zieht sie an die Küste der Normandie, um bei dem Spielzeugmacher Lazarus Jann als Hauswirtschafterin zu arbeiten.
Vieles kennt man eigentlich schon aus der Literatur: Carlos Ruiz Zafon nimmt den Schatten aus Chamissos “Peter Schlemihls wundersamer Geschichte”, den Spielzeugmacher und andere Figuren aus E.T.A. Hoffmanns Erzählungen (könnte man wirklich mal wieder lesen). Tapfer wie Peterchen und Anneliese aus “Peterchens Mondfahrt” stellen sich Ismael und Irene der Gefahr, und es werden ziemlich viel “messerscharfe Krallen” eingesetzt.
Viel schrecklicher als dieser bedrohliche Schatten sind dann doch die “Schatten des Krieges”, der Irene und Ismael jahrelang trennt.
Ein schön schauriger Jugendroman des spanischen Schriftstellers Carlos Ruiz Zafon.
Ruiz Zafon, Carlos:
Der dunkle Wächter
Frankfurt am Mai: Insel-Verl. 2009
343 S.
Tipp von Diwien
Dezember 1st, 2011 at 23:56
Ich bin überrascht, dieses Buch hier als Tipp zu finden, da ich es persönlich unterirdisch schlecht fand. Die Schauerelemente sind so klischeehaft und vorhersehbar, dass es peinlich wirkt. Die Sprache von Zafon befindet allenfalls auf dem Niveau von Groschenromanen. Alleine die Anhäufung immer gleicher Adjektive ist schon bemerkenswert.
Es handelt sich wohl um ein Frühwerk des Autors, der später dann mit dem “Schatten des Windes” ein Meisterwerk vorgelegt hat. Interessant, welche Entwicklung ein Schriftsteller nehmen kann.