“Rachesommer” von Andreas Gruber
Der Krimi hat seinen Anfang in Wien. Vier wohlhabende Männer im besten Alter sterben innerhalb kürzester Zeit unter ähnlichen Umständen. Die Polizei nennt es „tragische Unfälle“. Die Anwältin Evelyn Meyers, die sich mit einem der sogenannten Unfälle aufgrund einer Klage befasst, glaubt nicht an Zufall. Bei ihren Recherchen mithilfe ihres Freundes Patrick stößt sie auf einige Gemeinsamkeiten.
Blickpunkt Leipzig. Mehrere Jugendliche, allesamt Insassen psychiatrischer Kliniken, sollen Selbstmord begangen haben. Kommissar Pulaskis Misstrauen ist geweckt, er beginnt zu ermitteln. Von den eigenen Leuten bekommt er wenig Unterstützung und ihm begegnen bei seinen Ermittlungen zuhauf Zweifler. Auch das Personal der Kliniken ist über seine „Schnüffelei“ in den „Selbstmorden“ nicht gerade begeistert.
Seine Nachforschungen bringen ihn mit Evelyn Meyers zusammen und ihre gemeinsame Spur führt sie bis zur Nordsee, wo sie einem gut gehüteten Geheimnis auf die Schliche kommen.
“Rachesommer” ist ein unglaublich kurzweiliger und spannender Krimi! Kurzweilig bedeutet bei manchen Büchern ja leider, dass die Geschichte ohne Tiefgang bleibt, Handlungsstränge verdichtet werden oder die Beschreibung der Personen und ihre Beziehungen zueinander zu kurz kommen.
Ich war positiv überrascht, dass dies alles nicht auf „Rachesommer“ zutrifft. Ab den ersten paar Seiten weiß man, dass in diesem Buch mehr drinsteckt. Die Geschichte verfolgt zunächst zwei Handlungsstränge und man kann es als Leser kaum erwarten, wann die beiden Protagonisten mit ihren Erkenntnissen endlich aufeinander treffen. Man selbst kann sich schon das ein oder andere zusammenreimen und ist über das Ende somit nicht unbedingt überrascht, was den Lesespaß aber nicht schmälert.
Meyers und Pulaski sind darüber hinaus zwei unglaublich sympathische „Ermittler“, ohne dass es durch den Tod von Pulaskis Ehefrau oder durch die schlimmen Ereignisse, die Meyers als Kind selbst erlebt hat, ins klischeehafte abdriftet.
Diesen Krimi könnte man sich gut als Verfilmung vorstellen. Authentische Hauptpersonen, interessante und abwechslungsreiche Schauplätze und ein Showdown, wie er im Buche steht.
Wirklich empfehlenswert als Lesestoff!
Gruber, Andreas : Rachsommer
München: Goldmann, 2011
418 Seiten
Tipp von Fee