Archive for Mai, 2011

“Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums” von Salah Naoura

Dienstag, Mai 31st, 2011

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Heute stelle ich Euch ein Buch vor, das mit dem Peter-Härtling-Preis der Stadt Weinheim ausgezeichnet wurde:

Der 11-jährige Matti lernt, dass es durchaus nicht normal ist, dass Erwachsene immer die Wahrheit sagen: die Zeitung “lügt” zum ersten April, indem sie die Mitteilung verbreitet, ein Delfin würde im Ententeich ausgesetzt. - Seine Mutter “beruhigt” ihn, als er sich um bedrohte Tiere sorgt, damit, dass sie ihm erzählt, sie würde jeden Monat für diese bedrohten Tiere spenden - was nicht stimmt. - Und sein Vater setzt allem noch die Krone auf, als er vor seinem Bruder angeben will und von einem nicht vorhandenen Jobangebot erzählt.

Matti zieht aus diesen Beobachtungen für sich die Konsequenz, dass auch er diese Methode anwenden kann, um zu erreichen, dass seine Familie endlich mal in Finnland Urlaub macht; schließlich ist sein Vater Finne. Doch mit seiner Lüge erreicht er, dass sich seine Familie auf einmal ohne Bleibe, Job, Geld und Auto in Finnlands Einöde wiederfindet. Ob es aus dieser Misere einen Ausweg gibt?

Das Buch wurde am “Boys Day” von zwei Belecker Jungen ausgesucht, die in der Bücherei ihr Praktikum gemacht haben. Ich finde, dass sie ein sehr schönes Buch ausgesucht haben. Das Buch ist lustig geschrieben, unterhaltsam, man kann sich sehr gut in Matti und seine Gedanken hineinversetzen. Das Thema “Lügen” und wie man damit umgeht, wird aufgegriffen, ohne dass man irgendeinen erhobenen Zeigefinger spürt. Jungen und Mädchen ab 10 Jahren werden das Buch einfach nur gerne lesen.

Naoura, Salah:
Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums. - Beltz & Gelberg 2011. - 141 S. - ISBN 978-3-407-79438-3. - 12,95 €
 

Du kannst das Buch auch in der Stadtbücherei in Warstein-Belecke ausleihen. Tipp von Angelika Krüger, Stadtbücherei Warstein-Belecke

“Im Herz des Mörders” von J.D. Robb

Donnerstag, Mai 26th, 2011

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Wenn man einmal ein Buch von J. D. Robb alias Nora Roberts gelesen, kommt man nicht mehr davon los. „Das Herz des Mörders“ ist ein genauso packender Thriller, wie die Bücher um Lieutenant Eve Dallas zuvor.

Ihre Assistentin Peabody befindet sich im Prüfungsstress und auch ansonsten bekommt Dallas keine Ruhe. Ein neuer Serienkiller treibt sein Unwesen in New York und richtet sich mit seinen Taten ganz direkt an Dallas, indem er bei seinen Opfern an sie adressierte Briefe zurücklässt. Der Täter hat kein eigenes Profil, sondern kopiert berühmte Mörder der vergangenen Zeit. An den Tatorten hinterlässt er keinerlei Spuren, sodass der einzige Hinweis auf ihn zunächst das Briefpapier zu sein scheint. Bei der Überprüfung der Käufer eines solchen Papiers wirbeln Dallas und ihre Kollegen viel Staub auf – denn es sind allesamt hochangesehene  Männer, von denen jedoch jeder sein dunkles Geheimnis hat. Dallas und Peabody müssen nun schnellstens den Killer fassen, bevor noch weitere - scheinbar wahllos ausgewählte - Frauen sterben müssen. Denn nach welchem Schema sucht er seine Opfer aus? Und was ist sein Motiv? Frauenhass? Unerfüllte Liebe? Oder – der Klassiker – nicht verarbeitete Probleme aus der Kindheit? Diesen Fragen müssen sich Dallas und Peabody stellen, um den Mörder aus der Reihe der Verdächtigen herauszufinden. 

Spannend, unterhaltsam und mit vielen sarkastischen Dialogen gewürzt – die perfekte Mischung für einen Thriller, der im Jahr 2059 spielt.

Robb, J.D.: Das Herz des Mörders

München : Blanvalet, 2010

574 S.

Tipp von Fee

“Rachesommer” von Andreas Gruber

Montag, Mai 23rd, 2011

 

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Der Krimi hat seinen Anfang in Wien. Vier wohlhabende Männer im besten Alter sterben innerhalb kürzester Zeit unter ähnlichen Umständen. Die Polizei nennt es „tragische Unfälle“. Die Anwältin Evelyn Meyers, die sich mit einem der sogenannten Unfälle aufgrund einer Klage befasst, glaubt nicht an Zufall. Bei ihren Recherchen mithilfe ihres Freundes Patrick stößt sie auf einige Gemeinsamkeiten.
Blickpunkt Leipzig. Mehrere Jugendliche, allesamt Insassen psychiatrischer Kliniken, sollen Selbstmord begangen haben. Kommissar Pulaskis Misstrauen ist geweckt, er beginnt zu ermitteln. Von den eigenen Leuten bekommt er wenig Unterstützung und ihm begegnen bei seinen Ermittlungen zuhauf Zweifler. Auch das Personal der Kliniken ist über seine „Schnüffelei“ in den „Selbstmorden“ nicht gerade begeistert.

Seine Nachforschungen bringen ihn mit Evelyn Meyers zusammen und ihre gemeinsame Spur führt sie bis zur Nordsee, wo sie einem gut gehüteten Geheimnis auf die Schliche kommen.

“Rachesommer” ist ein unglaublich kurzweiliger und spannender Krimi! Kurzweilig bedeutet bei manchen Büchern ja leider, dass die Geschichte ohne Tiefgang bleibt, Handlungsstränge verdichtet werden oder die Beschreibung der Personen und ihre Beziehungen zueinander zu kurz kommen.

Ich war positiv überrascht, dass dies alles nicht auf „Rachesommer“ zutrifft. Ab den ersten paar Seiten weiß man, dass in diesem Buch mehr drinsteckt. Die Geschichte verfolgt zunächst zwei Handlungsstränge und man kann es als Leser kaum erwarten, wann die beiden Protagonisten mit ihren Erkenntnissen endlich aufeinander treffen. Man selbst kann sich schon das ein oder andere zusammenreimen und ist über das Ende somit nicht unbedingt überrascht, was den Lesespaß aber nicht schmälert.

Meyers und Pulaski sind darüber hinaus zwei unglaublich sympathische „Ermittler“, ohne dass es durch den Tod von Pulaskis Ehefrau oder durch die schlimmen Ereignisse, die Meyers als Kind selbst erlebt hat, ins klischeehafte abdriftet.

Diesen Krimi könnte man sich gut als Verfilmung vorstellen. Authentische Hauptpersonen, interessante und abwechslungsreiche Schauplätze und ein Showdown, wie er im Buche steht.

Wirklich empfehlenswert als Lesestoff!

 

Gruber, Andreas : Rachsommer 

München: Goldmann, 2011

418 Seiten

 

Tipp von Fee

“Bernie & Chet” von Spencer Quinn

Montag, Mai 9th, 2011

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Krimis mit Tieren können gut oder eine Enttäuschung sein. In diesem Fall ist es dem Autor sehr gut gelungen, einen kurzweiligen und spannenden (Hunde-) Krimi zu schaffen, mit Bernie Little, einem Privatdetektiv und Chet, seinem Hund. Das Buch ist ein klassischer Detektivroman, der ohne blutige Grausamkeiten und übertriebene Gewalt auskommt. Hund Chet führt den Leser durch die Geschichte – aus seiner Sicht wird der Krimi erzählt. Nachdem Bernie zuletzt nur Aufträge in Sachen Scheidung bekommen hat, wo er doch selbst seine eigene gerade erst hinter sich hat, freut er sich schon fast als eines Tages eine Frau ihn damit beauftragt, ihre verschwundene Tochter Madison wiederzufinden. Während Bernie mit der Mutter Madisons Zimmer untersucht, taucht das Mädchen jedoch von alleine wieder auf. Für den Privatdetektiv scheint sich der Fall erledigt zu haben. Kurze Zeit später verschwindet sie jedoch wieder und Bernie und Chet nehmen die Ermittlungen auf. Besonders als die beiden den Vater von Madison befragen, wittert nicht nur Chet, dass noch viel mehr hinter der Sache steckt. Allen Hindernissen zum trotz und auch ohne die Zustimmung der Eltern bleiben die beiden an dem Fall dran und entlarven die Täter. Es warten viele spannende Zufälle und echte Ermittlungen auf den Leser. Durch die Schilderung aus der Sicht von Chet bleibt der Krimi immer interessant und man wird an  manchen Stellen sicherlich schmunzeln, wenn Chet über die Aussprüche von Bernie nachdenkt, die aus Hundesicht so gar keinen Sinn machen. Wer zwischendurch einen guten unterhaltsamen Krimi lesen will, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. 

Quinn, Spencer: Bernie & Chet
München : Penhaligon , 2011
350 S.

Tipp von Fee